Lange stark, am Ende deutlich: Sonthofen zieht gegen Kempten den Kürzeren
Nach einem vielversprechenden Auftakt und langer Gegenwehr musste sich der ERC Sonthofen im Vorbereitungs-Rückspiel gegen den Bayernligisten ESC Kempten am Ende mit 1:7 geschlagen geben. Während die Defensive um Keeper Calvin Stadelmann lange Zeit standhielt, machte sich im Schlussabschnitt die offensive Klasse der Gäste deutlich bemerkbar. Erschwert wurde die Aufgabe für den ERC zusätzlich durch die Personalsituation: Mussten die Hausherren bereits im Hinspiel auf 7 Stammspieler verzichten, waren es diesmal sogar 10 Stammspieler, die ersetzt werden mussten – wodurch die Voraussetzungen noch ungleich schwieriger waren.
Die Schwarz-Gelben zeigten zu Beginn ein engagiertes und selbstbewusstes Auftreten und wurden dafür mit einem Traumstart belohnt: Lynnden Pastachak jagte die Scheibe in der vierten Minute aus spitzem Winkel sehenswert ins Kreuzeck zur 1:0-Führung. Während Sonthofen ambitioniert agierte und die „Sharks“ im Powerplay zunächst nicht bissig genug waren, glänzte ERC-Schlussmann Calvin Stadelmann mit einer überragenden Leistung. Kempten übernahm zum Drittelende hin die Initiative, und der ERC tauchte noch zweimal gefährlich vor ESC-Goalie Ecker auf, doch es fiel kein weiterer Treffer mehr. So ging es für den Underdog durchaus überraschend mit einer knappen 1:0-Führung in die erste Pause.
Im Mittelabschnitt schlug der Bayernligist dann eiskalt zu und drehte die Partie innerhalb von nur einer Minute per Doppelschlag: Erst verwertete Elo einen Querpass von Seider direkt vor dem Tor, kurz darauf folgte ein verdeckter Fernschuss von Stöhr. Kempten übernahm fortan das Heft des Handelns und baute massiven Druck auf. ERC-Schlussmann Calvin Stadelmann war wiederholt auf sich allein gestellt und musste mehrfach stark parieren, ehe sich Sonthofen durch großen Einsatz vereinzelte Entlastungsangriffe erkämpfen konnte. Zur Spielhälfte erhöhten die Gäste nach einer kleinen Nicklichkeit durch einen schön herausgespielten Treffer von Dopatka auf 3:1. Weil Stadelmann im anschließenden Unterzahlspiel erneut unbezwingbar blieb und der ERC eine eigene Überzahlchance ungenutzt ließ, ging es mit diesem Zwei-Tore-Rückstand aus Oberallgäuer Sicht zum zweiten Pausentee.
Zu Beginn des Schlussabschnitts drückte der ESC Kempten weiter mächtig aufs Tempo, doch zunächst endeten die Bemühungen der Gäste sicher in Stadelmanns Fanghand. Dann allerdings rollte die offensive Klasse der ‚Sharks‘ unbarmherzig an: Erst bediente Kokoska seinen Sturmpartner Elo, kurz darauf revanchierte sich Elo mit einem starken Zuspiel auf Salo, ehe Kokoska den Puck mustergültig in den Lauf von Hlozek legte – der diesen Torreigen zum 1:6 aus Sonthofener Sicht krönte. Kempten hatte weiter ordentlich Dampf im Kessel, was Sonthofen einiges abverlangte. Die Partie nahm nun beidseitig eine unschöne Härte an. Nach einer Spieldauerstrafe wegen Stockschlags gegen Kempten in der 53. Minute, einer folgenden Kemptner Bankstrafe und dem Platzverweis für den Gästetrainer brannten auf dem Eis einige Sicherungen durch. Dies gipfelte in drei heftigen Rangelleien vor dem Gästetor, die einem Duell zwischen befreundeten Kooperationspartnern mehr als unwürdig waren. Bis zum Schlusspfiff hagelte es weitere ERC-Strafzeiten, ehe Kempten den Schlusspunkt setzte und einen mustergültigen Doppelüberzahlspielzug durch Salo zum letztlich verdienten 7:1-Endstand für den ESC vollendete.
Foto: Bettina Brunner



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