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„Geben unseren Eishockey-Tempel nicht her“

  • nicolasberthold
  • 18. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Vor ein paar Wochen hätten wohl nur die kühnsten Optimisten im Umfeld des Oberallgäuer Traditionsvereins dieses Szenario für halbwegs realistisch gehalten: die Tabellenspitze rückt in Reichweite. Nach holprigem Saisonstart läuft der Sonthofer Motor allmählich auf Hochtouren. Am Wochenende stehen zwei spannende Heimspiele auf dem Programm.


Fünf Siege in Serie, vier davon auswärts, darunter zwei Erfolge beim Tabellenzweiten ERC Lechbruck und dem Klassenprimus Wanderers Germering: Die Bilanz der Schwarz-Gelben der vergangenen Wochen lässt aufhorchen. Entsprechend positiv ist auch das Stimmungsbild im Umfeld des Oberallgäuer Traditionsvereins.


Nach acht Spieltagen sah die Lage in Sonthofen gänzlich anders aus. Da krebste das Team des Trainergespanns Helmut Wahl und Vladimir Kames nach vier Niederlagen im unteren Mittelfeld der Landesliga-Tabelle. Die Coaches führten in der Folge viele Einzelgespräche mit den Spielern und stellten die Reihen taktisch um. Das Resultat: Von Tabellenplatz sieben kletterte die Truppe Spieltag um Spieltag auf Rang drei und hat bei zwei weniger absolvierten Partien als das besser platzierte Spitzenduo sogar die Möglichkeit, aus eigener Kraft die Germeringer an der Tabellenspitze abzulösen.


Um diesem Ziel einen Schritt näher zu kommen, müssen die Sonthofer allerdings zunächst ihre Hausaufgaben erledigen und am Wochenende zwei Matches erfolgreich gestalten. Am Freitag reisen die Pfronten Falcons (20 Uhr) an, am Sonntag gibt der SC Reichersbeuern (18 Uhr) seine Visitenkarte im Eisstadion an der Hindelanger Straße ab. Beides sind hochinteressante Partien, eine davon mit einer besonderen Vorgeschichte: Gegen die Allgäu-Nachbarn aus Pfronten fingen sich die Schwarz-Gelben am zweiten Spieltag eine schmerzhafte 2:9-Pleite. Am Freitag sinnen alle, die es mit dem ERC halten, auf Wiedergutmachung.


Trainer Helmut Wahl gibt die Marschroute für das Wochenende vor: „Mit den eigenen Zuschauern im Rücken möchten wir Vollgas-Eishockey spielen.“ Für den Übungsleiter und alle Fans der Sonthofer wäre „ein Sechs-Punkte-Wochenende das schönste Weihnachtsgeschenk.“ Die ERC-Übungsleiter sind nicht nur mit den Ergebnissen zufrieden, die die Jungs in den vergangenen Partien eingefahren haben, zuletzt ein überzeugendes 4:1 beim EV Ravensburg. Es ist vor allem die Art und Weise, wie sich das Team mittlerweile auf dem Eis präsentiert. „Da haben wir eine gute Entwicklung hingelegt. Wir stehen defensiv stabiler und gehen mit Leidenschaft und Laufbereitschaft in die Matches. Das ist in dieser Liga, die in diesem Jahr total ausgeglichen ist, die Grundlage für Erfolg“, sagt der ERC-Coach.

 

Diese Grundtugenden werden auch der Schlüssel sein für ein erfolgreiches Auftreten gegen bissige Reichersbeurer und offensivstarke Falcons. Zumal die Schwarz-Gelben mit den Ostallgäuern noch eine Rechnung offen haben. Es sollte einige Spiele dauern, bis das Team nach dem 2:9 im Hinspiel die Kurve kriegen sollte. Jetzt haben sie die Chance, mit zwei Heimsiegen die Siegesserie fortzusetzen und in der Tabelle noch näher an die Spitzenposition heranzurücken. Bei zwei weniger absolvierten Spielen und nur vier Zählern Rückstand sind das für alle Schwarz-Gelben gute Aussichten kurz vor Weihnachten.


Wenngleich Helmut Wahl klarstellt: „Am Ende der Hauptrunde ist es für Vladi und mich nicht entscheidend, ob wir Erster oder Vierter sind – wir möchten ein leidenschaftlich kämpfendes und selbstbewusstes Team in de Playoffs schicken, das alles für den Erfolg und alles für Sonthofen gibt.“ Und aus dem Trainer spricht das wiedergewonnene Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten: „Wir werden unseren Eishockey-Tempel an der Hindelanger Straße nicht so einfach hergeben.


Foto: Bettina Brunner

 

 
 
 

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