ERC verliert erstes Halbfinale dramatisch 2:3
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Das erste Halbfinalduell mit den Haßfurt Hawks hat der ERC Sonthofen auf nervenaufreibende Weise mit 2:3 (0:0, 0:0, 2:2, 0:1) in der Overtime verloren. Vor 1.400 Zuschauern zeigten die Oberallgäuer und ihr Keeper Calvin Stadelmann eine starke Leistung – und gaben das Match in der letzten Spielminute doch noch aus der Hand. Weiter geht es mit Spiel zwei am Sonntag ab 18.30 Uhr in Haßfurt.

Als Sonthofens Stürmer Lynnden Pastachak nach 58 Minuten und fünf Sekunden in Überzahl zu einem seiner unnachahmlichen Soli über die gesamte Eisfläche ansetzte, erst die komplette Abwehr der Hawks düpierte, dann das Tor umkurvte und schließlich Haßfurts Goalie Nicolas Hetzel zum 2:0 überwand, kannte der Jubel im pickepackevollen Eisstadion an der Hindelanger Straße keine Grenzen. Selbst die kühnsten Optimisten unter den rund 30 mitgereisten Haßfurter Schlachtenbummlern dürften Pastachaks zweiten Treffer an diesem Abend als Vorentscheidung zugunsten der Gastgeber zur Kenntnis genommen haben.
Allerdings macht der schnellste Mannschaftssport an diesem Freitagabend in Sonthofen seinem Namen alle Ehre: Was sich in den verbleibenden Sekunden auf dem Eis abspielte, war an Dramatik kaum zu überbieten. Doch der Reihe nach: Nach 58 Minuten und 33 Sekunden trommelte Haßfurts Coach Milan Mazanec seine Mannen zusammen, nahm eine Auszeit und Hetzel zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Kräfte sammeln, Taktik besprechen – alles oder nichts.

Dieser Schachzug sollte sich für die Gäste auszahlen, denn nach 59 Minuten und 18 Sekunden drückte Michael Breyer die Scheibe zum 1:2 über die Linie – erstmals musste Sonthofens Torwart Calvin Stadelmann hinter sich greifen. Dabei war der Goalie mit seinen herausragenden Paraden und seinem bemerkenswerten Stellungsspiel maßgeblich dafür verantwortlich, dass der ERC in den ersten beiden Dritteln die Null halten konnte und beide Teams sich eine regelrechte Abwehrschlacht auf höchstem Landesliga-Niveau lieferten.
Der Anschlusstreffer war da, und auf einmal witterte Haßfurt seine Chance und feuerte die Hartgummischeibe aus allen Rohren auf das Gehäuse von Calvin Stadelmann. Unglaubliche neun Sekunden vor der Schlusssirene segelte Jan Zedecs Schlagschuss von der blauen Linie an Stadelmann, dem die Sicht versperrt war, vorbei ins Tor zum Ausgleich. Blankes Entsetzen auf den Rängen.

Innerhalb von nur 33 Sekunden retteten sich die Gäste in diesem ersten packenden Halbfinale in die Verlängerung. Und da sollte es nur 78 Sekunden dauern, bis Vaclav Adamec, der quirlige Unruheherd im Trikot der Falken, den in diesem Moment unsortierten Abwehrverbund der Hausherren ausguckte und zum 3:2 für die Unterfranken einnetzte.
Was trotz dramatischer Niederlage hängen bleibt: Die Schwarz-Gelben mit einem herausragenden Calvin Stadelmann zwischen den Pfosten zeigten 59 Minuten lang bestes Playoff-Hockey, kämpften leidenschaftlich um jeden Zentimeter Eis und waren nur eine Zeigerumdrehung vom ersten Halbfinalsieg entfernt, der aufgrund des Spielverlaufs verdient gewesen wäre.
Nun gilt es, diese großartige Teamleistung am Sonntag ab 18.30 Uhr in Haßfurt abzurufen und alles in die Waagschale zu werfen, um ein drittes und dann entscheidendes Match am kommenden Freitag im heimischen Eisstadion zu erzwingen. Auf geht’s Sonthof!
Fotos: Bettina Brunner



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