Dezimierter ERC Sonthofen kommt in Kempten unter die Räder
Das mit Spannung erwartete Allgäu-Derby als Teil des Testspiel-Doppelpacks beim ESC Kempten wurde für den ERC Sonthofen zu einer echten Willensprüfung. Vor 576 Zuschauern mussten die Schwarz-Gelben stark geschwächt antreten – gleich sieben Stammspieler fehlten dem Team. Am Ende stand eine deutliche 1:9-Niederlage auf der Anzeigetafel.
Von der ersten Minute an machten die Gastgeber unmissverständlich klar, wer das Heft in der Hand behält. Der ESC dominierte die Partie spielerisch wie körperlich nach Belieben. Für den ERC, der kaum Entlastungsangriffe fahren konnte, lag der Fokus voll und ganz auf der Defensivarbeit. Dass es nach dem ersten Drittel durch Treffer von Limböck und einen unglücklich abgefälschten Puck von Kokoska „nur“ 0:2 stand, war vor allem Goalie Schütze zu verdanken, der sein Team mit glänzenden Saves vor einem höheren Rückstand bewahrte.
Zu Beginn des zweiten Abschnitts keimte im Sonthofener Lager kurz Jubel auf: In Überzahl nutzte Filip Krzak in der 23. Minute ein mustergültiges Zuspiel von Lynnden Pastachak und traf von der blauen Linie zum 1:2-Anschlusstreffer. Kempten, das zuvor den Torhüter gewechselt hatte (Flott-Kucis für Nerb), zeigte sich jedoch völlig unbeeindruckt und stellte durch Seider den alten Abstand postwendend wieder her. Obwohl Sonthofen in dieser Phase mutiger agierte, drückten die Hausherren weiter aufs Tempo und schraubten das Ergebnis bis zur Pausensirene durch Eto auf 4:1 hoch.
Im Schlussdrittel machte sich dann der spürbare Kräfteverschleiß bei den Gästen bemerkbar. Kempten spielte seine individuelle Klasse und Kadertiefe nun gnadenlos aus und zog durch Tore von Hlozek, Eto, Seider sowie Pfalzer davon.
Dennoch bewiesen die Sonthofener Moral bis zur Schlusssirene. Positiv fielen dabei auch die U20-Spieler auf, die sich engagiert in die Zweikämpfe einbrachten und ihre Aufgabe ordentlich lösten. Eine gelungene Szene zeigte zudem Debütant Noah Ottenbreit bei seinem ersten Einsatz in der ersten Mannschaft, als er die Scheibe im Fallen noch zu Denis Adebahr brachte – dessen Schuss traf jedoch nur die Querlatte.
Am Ende feierte der ESC Kempten einen auch in der Höhe verdienten 9:1-Heimsieg, der die Dominanz im Schlussdrittel eindrucksvoll unterstreicht. Für den ERC Sonthofen ging es in diesem Prestigeduell jedoch vor allem darum, unter widrigen Personalbedingungen Charakter zu zeigen, mannschaftliche Geschlossenheit zu beweisen und den Nachwuchs zu integrieren. Diese Mission ist – trotz des klaren Resultats – absolut aufgegangen.
Fotos: Ottenbreit




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