Bittere Niederlage für den ERC im Allgäu-Derby – Pfronten zu stark
- 25. Okt. 2025
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Es war ein Abend, den man beim ERC Sonthofen am liebsten schnell vergessen würde. Zum zweiten Mal in Folge musste sich die Mannschaft deutlich geschlagen geben – diesmal mit 2:9 in Pfronten. Die Enttäuschung ist groß, die Ratlosigkeit spürbar. Irgendwie scheint der Wurm drin zu sein.
Schon im ersten Drittel zeigte Pfronten, dass es mit viel Druck agieren würden. Sonthofen hatte Mühe, sich aus dem eigenen Drittel zu befreien und kam nur selten zu Entlastungsangriffen. Das erste Gegentor fiel aus dem Slot: Viktor Stipek traf flach und abgefälscht ins linke untere Eck – für ERC-Goalie Stadelmann war da nichts zu machen. Die Partie war von Beginn an sehr körperbetont und hitzig. Eine doppelte Unterzahl brachte den ERC zusätzlich in Bedrängnis, Stadelmann verlor in dieser zeitweise seinen Stock und musste sozusagen im Notmodus bestehen. Da kam die kurze Pause, in der das Tor neu befestigt werden musste, für die unterzahlgeplagten Sonthofner nicht ungelegen. Der ERC fand danach etwas besser ins Spiel und hatte seinerseits ein paar wenige gute Szenen, bis die Falcons in den Sturzflug übergingen und in nur zwei Minuten für die Vorentscheidung sorgten: Erneut Viktor Stipek, Leon Richter und Maximilian Decker erhöhten auf den 0:4-Pausenstand.
Zu Beginn des Mittelabschnitts dann ein schwarz-gelber Hoffnungsschimmer – trotz doppelter Unterzahl: Ondrej Havlicek eroberte die Scheibe, drang ins Pfrontner Drittel ein und bedachte den ankommenden Josef Slavicek mit einem feinen Zuspiel, der den Anschlusstreffer zum 1:4 unter die Latte setzte. Der Sonthofner Anhang schöpfte nun Hoffnung, die allerdings im Keim erstickt wurde: Pfrontens Leon Richter antwortete kurz darauf, nur zwei Sekunden vor Ablauf der Sonthofner Unterzahl, mit einem unhaltbaren Schuss zum 5:1. Das Spiel wogte nun hin und her, wobei Pfronten weiterhin die tonangebende Mannschaft war. So war die Verwunderung im Stadion nicht allzu groß, als der EVP in Überzahl mit einem sehenswerten Spielzug das 6:1 markierte. Torschütze war Miroslav Dobner. Während Sonthofen in der folgenden Überzahl zu harmlos blieb, sorgten die Hausherren für Tatsachen: Der ERC kam in den Schlussminuten des zweiten Abschnitts kaum aus dem eigenen Drittel heraus, verlor die Scheibe zu oft und wurde folglich bestraft. Zwar wurde Sonthofens Schlussmann Stadelmann behindert, doch das etwas unüberschaubare 7:1 der Ostallgäuer hatte Bestand – ein weiterer Nackenschlag für den ERC.
Im letzten Drittel übernahm Fabian Schütze die Geschicke im Sonthofner Kasten. Der ERC begann erneut in Unterzahl, doch diesmal zeigte sich das Team stabiler. Dann unterlief den Oberallgäuern ein folgenschwerer Fehler: Sie verloren leichtfertig die Scheibe, was Pfronten eiskalt nutzte – Thomas Böck vollendete per Alleingang zum vermeintlichen 8:1-Endstand. „Vermeintlich“ deshalb, weil nach längerer Beratung die Unparteiischen gemeinsam mit beiden Teams entschieden, die letzten sieben Spielminuten ohne reguläres Spielgeschehen verstreichen zu lassen. Grund dafür waren wiederholte Wurfaktionen einiger weniger Sonthofner „Fans“, die den Ablauf massiv störten. In dieser Zeit beschäftigten sich die beiden Torhüter dennoch mit langen Zuspielen über die gesamte Eisfläche – und trafen dabei jeweils ins gegnerische Tor. Vermutlich war beiden nicht klar, dass diese kuriosen Treffer tatsächlich gewertet würden. So endete die Partie aus Sonthofner Sicht mit einem ernüchternden 2:9 – ein Ergebnis, das ebenso bizarr wie bitter erscheint.
Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass es derzeit einfach nicht läuft. Die Mannschaft zeigt Einsatz, die Fans stehen wie eine Wand hinter dem Team – aber die Ergebnisse sprechen eine andere Sprache. Jetzt heißt es: Zusammenhalten, analysieren, weiterarbeiten. Denn wer fällt, kann auch wieder aufstehen.









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