Abwehrschlacht im Schlussdrittel – ERC Sonthofen ringt Pfronten nieder: Verletzte und Spieldauer überschattet Derby
- ercsonthofen

- 3. Jan.
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Das Allgäuderby zwischen dem EV Pfronten und dem ERC Sonthofen vor 350 Zuschauern in Pfronten bot am Freitagabend alles, was ein Derby ausmacht: Emotionen, Härte und ein hochdramatisches Schlussdrittel, das für den ERC zur reinen Abwehrschlacht wurde. Zwei verletzte Spieler und eine Spieldauerstrafe überschatteten eine Partie, die sowohl sportlich als auch kämpferisch intensiv geführt war und schließlich mit einem 4:2-Auswärtssieg für die Schwarz-Gelben endete.
Beide Mannschaften starteten verhalten in die Begegnung. Fehlpässe und unstrukturierte Aktionen prägten die Anfangsphase, in der sich weder Pfronten noch Sonthofen klare Vorteile erspielen konnten. Die Gastgeber nutzten schließlich den ersten echten Hochkaräter: Miroslav Dobner setzte sich im Alleingang durch und traf zur Führung. Der ERC fand danach besser ins Spiel und belohnte sich durch Youngster Markus Walter, der bis dahin der auffälligste Spieler der Gäste war. Sein Treffer aus spitzem Winkel brachte den Ausgleich. Angetrieben von zahlreichen mitgereisten Fans erspielte sich Sonthofen nun die ersten zwingenden Chancen, während Pfronten über Konter gefährlich blieb.
Der Mittelabschnitt begann ausgeglichen, ehe die Falcons in Überzahl zuschlugen: Ein Querpass, ein wuchtiger Onetimer von Viktor Stipek – und ERC-Goalie Calvin Stadelmann war chancenlos. Der Treffer gab den Hausherren Auftrieb, die nun das Spiel bestimmten. Ein harter Einsatz gegen Denis Adebahr brachte Sonthofen jedoch in Überzahl, und die Antwort folgte prompt: Ondrej Havlicek traf flach zum 2:2, vorbereitet von Filip Krzak und Dan Przybyla. Kurz darauf drehte der ERC die Partie: Adam Suchomer brachte die Scheibe nicht nur aufs Tor, sondern traf zur erstmaligen Sonthofner Führung. EV-Keeper Pascal Lorenz sah die Scheibe entweder gar nicht oder viel zu spät. Mit großem Einsatz verteidigte der ERC die verbleibenden Minuten und überstand eine weitere Unterzahl bis zum zweiten Pausentee.
Im letzten Drittel startete Sonthofen mit einem Powerplay, das jedoch ohne Wirkung blieb. Danach wurde es turbulent: Pfronten erhielt eine doppelte Überzahl und setzte den ERC massiv unter Druck. Stadelmann zeigte mehrere spektakuläre Paraden, während Verteidiger Marc Hindelang einen Schuss schmerzhaft mit der Hand blockte. Eine weitere Strafe wegen Beinstellens führte erneut zu doppelter Unterzahl, doch die Oberallgäuer stemmten sich mit beeindruckendem Kampfgeist gegen den Ausgleich. Pfronten drängte, Sonthofen konterte gelegentlich. Dann folgten zwei Schockmomente dieses Abends: Hinter dem Tor kam es zu einer Rangelei, nach der ERC-Stürmer Roman Zwicker verletzt vom Eis getragen werden musste. Trotz der Szene blieb der Arm der Schiedsrichter unten. Kurz darauf traf ein hoher Schlagschuss Nicolas Neuber im Gesicht, was die nächste längere Unterbrechung zur Folge hatte. In den letzten Sekunden nahm Pfronten den Torhüter vom Eis, doch Sonthofen nutzte die Gelegenheit. Lynnden Pastachak traf ins leere Tor, vorbereitet von Ondrej Havlicek, und setzte den Schlusspunkt zum 4:2.
Besonders bitter für den ERC: Die beiden Verletzungen trübten die Freude über den Derbysieg erheblich. Roman Zwicker zog sich eine schwerere Unterkörperverletzung zu und wird dem Team voraussichtlich länger fehlen. Auch Nicolas Neuber erwischte es heftig. Wie lange er ausfallen wird, war unmittelbar nach Spielende noch unklar.
Foto: Bettina Brunner









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