ERC startet in die heiße Saisonphase
- nicolasberthold
- 28. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Der Tabellenführer der Eishockey-Landesliga bestreit noch vier Partien in der Hauptrunde, bevor die Mission Playoffs beginnt. Das Team ist aktuell in bestechender Form. Coach Helmut Wahl erklärt, wie diese gute Verfassung auch in die Playoffs übertragen werden soll. Platz eins ist den Sonthofern sicher.

Reichersbeuern, Germering, Forst und Lechbruck: So lautet das straffe Restprogramm des ERC bis zum Hauptrundenende am 13. Februar. Den unangefochtenen Klassenprimus der Landesliga erwarten interessante Duelle gegen direkte Verfolger und Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel. Den Auftakt des Endspurts in die heiße Saisonphase bildet das Auswärtsspiel beim Fünften SC Reichersbeuern am Freitag um 19.30 Uhr.
Zwei richtig gute Nachrichten vorweg: Zum einen befinden sich die Sonthofer aktuell in einem Leistungshoch, haben das Feld letztmals am 16. November beim 1:6 in Ottobrunn als Verlierer verlassen und seither unglaubliche 15 Erfolge in Serie gefeiert. Die logische Konsequenz: Die Schwarz-Gelben ziehen einsam ihre Kreise an der Tabellenspitze und haben beeindruckende 14 Punkte Vorsprung auf den Rangzweiten ERC Lechbruck. Bei noch zwölf zu vergebenen Punkten ist den Kreisstädtern Platz eins – und damit das Heimrecht – zum Start in die Playoffs nicht mehr zu nehmen.
Zum anderen ist das Duell bei fast schon traditionell schwer zu bespielenden Reichersbeurern der letzte Auswärtsauftritt in der Hauptrunde – es folgen drei Heimspiele, bevor es endlich in die sehnlichst erwarteten Playoffs geht. Und die Heimstätte an der Hindelanger Straße ist in dieser Spielzeit eine Festung: Elf Spiele, elf Siege bei 55 erzielten Treffern und nur 16 Gegentoren sind eine Ansage an die Konkurrenz.

Die derzeit wohl brennendste Frage, die es noch zu beantworten gilt: Wie gelingt es den Sonthofern, ihre bestechende Form in die Playoffs zu überführen? Helmut Wahl gibt einen Einblick in die Gedankenspiele, die er zusammen mit seinem Trainerkollegen Vladimir Kames hegt: „In den verbleibenden Übungseinheiten werden wir mit den Jungs dran arbeiten, dass sie mit einer Playoff-Mentalität in die letzten Hauptrundenspiele gehen. So als seien es KO-Matches.“ Über das spielerische und konditionelle Potenzial für erfolgreiche Playoffs verfügt die Truppe, „jetzt wird es darauf ankommen, dass alle verletzungsfrei bleiben und dass sie mental noch eine Schippe drauflegen, noch fokussierter und gewillter auftreten“, sagt Helmut Wahl.
Wichtig sei dabei, die „Battles“ zu intensivieren, also die Zweikämpfe um die Scheibe, dabei jeden Zentimeter Eis mit Laufarbeit und Leidenschaft zu verteidigen und dann Räume für schnelle Abschlüsse zu schaffen. „Wir möchten clever spielen und den Puck schnörkellos vors Tor bringen, nur so können wir schließlich Tore erzielen.“

Gleichzeitig betont der erfahrene Coach: „Für Vladi und mich wird es darauf ankommen, in den Trainingseinheiten Fingerspitzengefühl zu beweisen. Wir möchten den Druck von den Schultern der Spieler nehmen und werden das Training wohl dosieren.“ Das öffentliche Interesse sei in den vergangenen Wochen gestiegen und Spieler und Verantwortliche des Vereins spüren eine gewisse Erwartungshaltung. „Der möchten wir einerseits gerecht werden, schließlich haben wir in dieser Saison große Ziele.“ Andererseits sollen sich die Jungs Wahl zufolge – bei aller notwendigen Ernsthaftigkeit – vor allem aber die Leichtigkeit und den Spaß am Eishockey bewahren.
Ein weiterer, wichtiger Faktor für Wahl sind die eigenen Fans: Im Saisonschnitt pilgerten 900 Zuschauer in die Halle im Sonthofer Osten – ein einzigartiger Wert in der Landesliga, mit dem die Schwarz-Gelben sogar in der Zuschauertabelle der höherklassigen Bayernliga bei 16 Teams auf Rang fünf lägen. „Der Support im letzten Heimspiel war grandios. Gerade im ersten Drittel, das durchwachsen lief, haben uns die Fans den Rücken gestärkt. Und in den verbleibenden Partien werden wir alles dafür geben, dass der Funke von uns auf die Ränge überspringt“, sagt der Coach.
Erst das Auswärtsspiel am Freitag in Reichersbeuern, dann drei Heimspiele in Folge bis zum Start in die Playoffs: Der ERC wird alle Hebel in Bewegung setzen, um in dieser blendenden Verfassung in die Ausscheidungsrunde zu starten.
Fotos: Bettina Brunner








Kommentare